Wenn US-Kaffeefirmen das Internet der Dinge nicht verstehen
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Wenn US-Kaffeefirmen das Internet der Dinge nicht verstehen

Hintergrund: Der Kaffeemarkt in den USA sieht etwas anders aus als der in Deutschland.

Im B2C hat  sich der US-amerikanische Kaffee-Vertrieb Keurig gut durchgesetzt. Mit einem Kapselsystem, vergleichbar mit Nespresso in Deutschland. Zwar steht die Firma wegen ihren umweltschädigenden Metallkapseln sehr in der Kritik und kann dieses nicht wie in Deutschland durch George Cloney-Image ausgleichen (siehe: A Brewing Problem). Keurig ist ein Investor-/Private Equity-getriebenes Unternehmen, das seit einiger Zeit “Geldprobleme” hat bzw. Schwierigkeiten damit, die Investoren glücklich zu machen. Selbst die eigentlich Super-Idee “Keurig Kold” wird von finanzieller Seite vorsichtig betrachtet.

Yahoo Finance: Keurig ‘Kold’ gets cold shoulder from investors
CNBC: Keurig stock has fallen 60 %. Will soda save it?

Offene Standards sind unerlässlich fürs Internet der Dinge!

Das Patent von Keurig ist abgelaufen – und nicht nur die Investoren laufen ihnen weg, weil jeder die verbreiteten Kaffeemaschinen mit Pads versorgen kann. White-Label-Produkte und diverse Kaffeemarken kommen mit den Kapseln an den Markt. Keurig verdient aber sein Geld mit den Kapseln und nicht mit den Kaffeemaschinen. Jetzt will Keurig sich mit einer Art DRM oder Kopierschutz vor den Kapseln der fremden Hersteller verschließen. Das krampfhafte durchsetzen eigener geschlossener Systeme stellt ein großes Problem für das Internet der Dinge dar und somit für die Zukunft des Nachfüllens mit Connected Systemen.

Aus wirtschaftlichen Gründen sehr verständlich, denn wie Netzpiloten schon schreiben: “Nur ein geschlossenes System ist ein lukratives System”.  Das Internet der Dinge braucht offene Standards – so dass der Kunde selber entscheiden kann, ob er die Produkte bei seinem Supermarkt um die Ecke kauft bzw. geliefert bekommt oder via Amazon.
Der Unterschied zu dem Dash-System von Amazon liegt darin, dass Amazon die Markenvielfalt zulässt. Somit ist das System zum Teil geöffnet – auch wenn nur über Amazon bestellt werden kann.

Wenn Keurig als Hersteller nun sein eigenes geschlossenes System aufbaut, das eben nicht mit anderen Geräten zusammenarbeiten kann, sondern sich klar von diesen abgrenzt, ist die gesamte Grundidee des Internet der Dinge in Gefahr: “Wird ein Produkt aus dem Kühlschrank genommen, vermutet der Kühlschrank nach einer bestimmten Abwesenheitszeit, dass das Produkt alle ist und fügt es zur Einkaufsliste hinzu, die dann automatisch an das entsprechende Kaufhaus übermittelt wird. Wenn der Kühlschrankhersteller nun einen Vertrag mit Amazon, Walmart oder hierzulande vielleicht Real oder Edeka abgeschlossen hat, werden die Produkte automatisch bei diesem Händler bestellt.”

Der Nutzer wird seiner Auswahlmöglichkeit beraubt

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Ich würde den Fehler darin identifizieren, dass zu wenige exklusive Verträge mit den Kaffeemarken abgeschlossen wurden. Aber den Verbraucher seiner Wahlmöglichkeiten zu berauben, bringt nicht nur das Internet der Dinge ins Stolpern, sondern stoppt die Verbreitung. Siehe dazu: “Du kriegst nur den Kaffee zu trinken, von dem wir wollen, dass du ihn trinkst.

Auch Keurig muss seine Kapseln passend vertreiben und das WO dem Verbraucher überlassen. Nur so kann Wachstum nachhaltig entstehen. Die Alternative zeigen Keurigs Zahlen (Click to Update):

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